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Die Kosmologie der Hildegard von Bingen



Niemand bezweifelt heute die Gültigkeit des heliozentrischen Weltbildes, bei dem sich die Erde um die Sonne dreht. Die aktuelle Wissenschaft basiert auf den Erkenntnissen von Nikolaus Kopernikus (1473 – 15443), den Berechnungen von Johannes Kepler (1571 – 1630) und den Gesetzen des Isaac Newton (1642/1643 – 1726/1727). Die Himmelsmechanik ist festgeschrieben und es werden auch keine grundsätzlichen Änderungen erwartet. Wer daran rüttelt, darf nicht erwarten, von der Fachwelt mit offenen Armen aufgenommen zu werden.


Vor einigen Jahren wies ein mathematisches Institut aus der Schweiz nach, dass man den Umlauf der Planeten auch als zentripetale Wirkung eines Wirbelfeldes um die Erde betrachten und danach ebenso exakt berechnen kann. Diese Version des Wirbelfeldes entspricht genau jenen kosmologischen Aussagen, welche die seherisch begabte Hildegard von Bingen vor knapp 900 Jahren machte.


Die deutsche Benediktinerin Hildegard von Bingen, geboren 1098 und gestorben am 17. September 1179 in ihrem Kloster am Rupertsberg bei Bingen am Rhein, ist als bedeutende natur- und heilkundige Universalgelehrte angesehen. Mittlerweile ist vollständig anerkannt, dass Hildegard in ihren visionären Schriften keine mittelalterlichen Ansichten und noch weniger ihre persönlichen Meinungen niederschrieb.


Die 43jährige Hildegard sah den Kosmos in ihrem ersten Buch Scivias zunächst in eiförmiger Gestalt. Sie beschreibt Sonne, Mond und Planeten sowie die vier Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde und ihre Beziehung untereinander. Später wird dieses Ei zu einem Rad, das durch die Kraft der kosmischen Winde in Bewegung gehalten wird. In der Mitte steht der Mensch und in ihm wirken die vier Elemente.


Das Visionsbild von Bau der Welt zeigt ein 6-schaliges Universum, in dessen Zentrum sich die Erdkugel befindet:


„Dann erschien mitten in der Brust der zuvor erwähnten Gestalt ein Rad von wunderbarem Aussehen. Die Zeichnung war jenem ähnlich, das ich vor 28 Jahren in Eigestalt gesehen hatten, so wie es in der 3. Vision des Buches Scivias geschildert wurde.

Aus seiner äußeren Wölbung erschein rings um das Kugelrad ein Kreis von hellleuchtendem Feuer und unmittelbar darunter ohne Zwischenraum ein anderer Kreis von schwarzem Feuer. Beide Kreise verbanden sich so, als bildeten sie nur einen. Unter dem schwarzfeurigen Kreis erschein ein anderer wie aus reinem Äther, von solcher Breite wie die beiden anderen Kreise zusammen. Unter dem Ätherkreis zeigte sich ein Kreis wie von wasserhaltiger Luft von solcher Breite, wie der lichthelle Feuerkreis.

Unter diesem Kreis von wasserhaltiger Luft erschein ein anderer von starker weißer Klarluft. Er hatte die Breite wie der Kreis des schwarzen Feuers. Auch diese beiden Kreise waren so verbunden als wären sie einer. Unter dieser starken weißen Klarluft zeigte sich noch eine andere dünne Luftschicht bald mit lichten Federwolken, bald mit dunklen, tiefliegenden Haufenwolken, die sich im ganzen Kugelbereich verteilten. Alle diese sechs Zonen waren ohne jeden Zwischenraum untereinander verbunden.

… Inmitten dieses Riesenraden erschien die Gestalt eines Menschen…“


Wenn man diese seherischen Aussagen nicht allegorisch betrachtet, sondern alle Vorbehalte zur Seite legt und wortwörtlich nimmt, stehen diese in einem diametralen Widerspruch zu unserem heutigen Weltbild. Viele Dinge, die nach dem heutigen Wissenstand noch unannehmbar sind, würden durch die Sichtweise der Hildegard erklärt. Hier einige offene Fragen alleine zur Erdrotation, die sich Physiker auch aktuell noch nicht beantworten können:


· Bei einer angenommenen Erdumdrehung in 24 Stunden beträgt die Umfangsgeschwindigkeit am Äquator rund 1.670 km/h. Das sind 464 Meter pro Sekunde und wäre höher als der Schall, der bei 20 Grad Celsius in trockener Luft nur 343,2 Meter pro Sekunde (1235 km/h) beträgt.


· Aufgrund des Trägheitsgesetzes der verschiedenen Geschwindigkeiten auf der gesamten Erdkugel (an den Polen weit weniger als am Äquator) würde sich die Lufthülle gegenüber der Erde differenziert bewegen, was orkanartige Stürme rund um den Globus zur Folge hätte.


· Aufgrund der physikalischen Gesetze der Reibungskraft müsste auch das Meer – wie ein Wasserfilm auf einer rotierenden Scheibe – ständig um die Erde ziehen und die Kontinente in einer ununterbrochenen Sturmflut ständig überschwemmen.


Die Vorstellung von der Erde als kreisende Kugel war im 11. Jahrhundert eine absolute ketzerische Häresie, die im mildesten Fall mit dem Kirchenaustritt bestraft wurde, wie es bei Galileo Galilei (1564-1642) 400 Jahre später der Fall war. Aber Hildegard stand unter einem besonderen Schutz und ihre Visionen wurde anerkannt.


Wenn sich nach dem hildegardschen Weltbild nicht die Erde, sondern das Firmament drehen würde und die Sonne kein Fixstern, sondern ein Planet wäre, der täglich um die Erde kreist, würde die Erde ruhig in der Mitte des Kosmos stehen. Rein mathematisch ändert sich bei der Sichtweise einer ruhenden Erdkugel und eines sich drehenden Universums nichts. Wissenschaftlich gerechnet ergibt sich KEIN Unterschied zwischen Hildegards Vision und dem aktuellen heliozentrischen System!

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