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Heilige Geometrie 2: Der Goldene Schnitt



Der Goldene Schnitt ist die ideale Proportion der Heiligen Geometrie. Dieses Teilungsverhältnis wird von uns Menschen als sehr harmonisch wahrgenommen. Das Konzept war bereits vor mehr als 2300 Jahren zur Zeit des Euklid bekannt. Künstler in der griechischen Antike, der Renaissance und vor allem in der Zeit des Klassizismus stilisierten dieses mathematische Phänomen. Seinen Höhepunkt erreichte es in der Kunst des Absolutismus.


Den Goldenen Schnitt, auf lateinisch sectio aurea, findet man, indem man eine x-beliebige Strecke in zwei Teile teilt. Dabei muss sich der kleinere Teil zum größeren Teil so verhalten wie der größere Teil zur gesamten Länge der Strecke. Der Schwerpunkt liegt also nicht auf der Gleichheit der Teile, sondern auf der Gleichheit der Proportionen! Dies offenbart sich in einer mathematisch exakten symmetrischen Form, die wir in Architektur, Raumaufteilung, Fassadengestaltung, Möbeldesign etc. als besonders schön und harmonisch empfinden, weil es ein Gefühl der Vollkommenheit verleiht.


Dieses faszinierende Gesetz von Maß und Zahl entdecken wir aber nicht nur in Mathematik, Architektur und Kunst, sondern auch in der Natur. Auf diese Weise spiegelt sich ein Muster von höherer Ebene auf einer tieferen Strukturebene wider.


Bei den Pflanzen findet sich dieses „geheimnisvolle“ Zahlenverhältnis in der besonderen Anordnung von Blättern oder Blütenständen zum Beispiel in der Sonnenblume, bei Kohlarten, Tannenzapfen, Agaven, Palmen sowie bei den Blütenblättern der Rose. Als Ursache vermutet man das Bestreben der Pflanze, ihre Blätter in einem bestimmten Winkel zum Vorgänger auf Abstand zu halten, damit einfallendes Sonnenlicht, Luft oder Wasser optimal genutzt werden können.


Bei uns Menschen liegt die göttliche Teilung oder divina proportio im Bauchnabel, der sich praktisch immer im Goldenen Schnitt des jeweiligen Menschen befindet. Leonardo da Vinci (1452 – 1519) teilte den vitruvianischen Menschen in acht Kopflängen ein. Drei Kopflängen betragen den Oberkörper und fünf den Unterkörper. Das Verhältnis 1:3 zu ca. 2:3 ergibt für das Auge ein stimmiges Bild.


Leider haben die wenigsten Körper genau diese ideale Proportion. Bei der Typ- und Stilberatung werden die idealen Körperproportionen am Goldenen Schnitt gemessen, denn gerade wir Frauen sind bei den Abständen zwischen Kinn, Brust, Taille, Hüfte, Schritt und Knie bis zu den Füßen höchst unterschiedlich gebaut.


Aber jeder Körper lässt sich – unabhängig von der äußeren Silhouette – mithilfe der richtigen Kleidung so unterteilen, dass die Proportionen des Goldenen Schnitts entstehen. Hat jemand zum Beispiel einen kurzen Oberkörper, kann man ihn optisch mit längeren Oberteilen in seine dreifache Kopflänge modellieren. Durch kurze Oberteile wiederum können lange Oberkörper ins Gleichgewicht gebracht werden. Die Farbe des Gürtels kann die Beinproportionen ausgleichen.


Der Goldene Schnitt wird auch als Raster in der Fotografie eingesetzt, um eine optimale Bildaufteilung zu unterstützen. Die beste Positionierung des hervorzuhebenden Motivs liegt in der Drittel-Regel. Dabei wird das Bild sowohl horizontal als auch vertikal grob in Drittel aufgeteilt, das Motiv wird dann auf oder um die Schnittpunkte gelegt.


Um mehr Harmonie in ein Portraitfoto zu bekommen, soll der Kopf nicht mittig, sondern im vorderen oder hinteren Drittel der Kreuzungspunkte platziert werden. Dann können die wohltuenden Kräfte und positiven Energien der idealen Proportion ihre Wirkung entfalten, denn die Schönheit liegt im gekonnten Umgang mit der Heiligen Geometrie des Goldenen Schnitts. 😉


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