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Das musikalische Herz


In der westlichen Gesellschaft stellen Herzerkrankungen die häufigste Todesursache dar. Hierbei spielt Stress eine wesentliche Rolle, denn dann kommt es zu erhöhter Herzfrequenz mit gesteigerter Pumpleistung. Eine Vielzahl von Studien zeigt den eindeutigen Zusammenhang zwischen Stress, Ängsten, finanziellen Sorgen, emotionaler Befindlichkeit, zwischenmenschlichen Beziehungen und erhöhtem Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Herzinfarkten oder gar Herztod.

 

Technisch gesehen ist unser Herz ein dreihundert Gramm schwerer Muskel, eine „Doppelkammern-Druck-Volumen-Pumpe“, die 70, 80 oder noch mehr Jahre lang etwa 100 000 Mal am Tag schlägt und dabei an die dreihundert Liter Blut pro Stunde durch unseren Körper befördert.

 

Doch unser Herz ist nicht nur eine Pumpe. In den 1980er Jahren hat man herausgefunden, dass es auch eigene, ganz spezielle Hormone produziert, welche auf das Gehirn einwirken! Es teilt seinen „intuitiven Eindruck“ über eine Sache mit und liefert dem Gehirn Informationen, welche emotionale Reaktion angemessen wäre.

 

Eine noch wichtigere Entdeckung in der Neurowissenschaft aus dem Jahr 1991 ist, dass unser Herz sein eigenes, unabhängiges Nervensystem besitzt. Einer der Pioniere dieser Forschungen, Dr. Andrew Armour, spricht von einem „funktionellen Herzgehirn“. Das Herz sendet an verschiedene regulierende Zentren des Gehirns Signale und simuliert damit eine höhere Gehirnfunktion.

 

Das Herz ist auch ein elektrisches Organ. Es produziert mit einer Leistung von 2,4 Watt ein elektromagnetisches Feld, das den gesamten Körper umgibt und sich mindestens einen Meter in den Raum ausdehnt. Mittels EKG lässt sich dieses Feld in jeder menschlichen Zelle nachweisen.

 

Den Zustand eines stabilen, gut koordinierten Schlagens, das sich flexibel an die jeweils aktuellen Bedingungen der Umwelt anpasst, nennt man Herzratenvariabilität. Im optimalen Zustand sind wir körperlich gesund, empfinden Glück bei unseren Tätigkeiten und erfahren gelingende zwischenmenschliche Beziehungen.

 

Herzkohärenz bezieht sich auf eine perfekte Abstimmung zwischen Herz, Verstand und Emotionen. Dann sind wir emotional ausgeglichener, intuitiver, können klarer denken und uns besser konzentrieren und erinnern. Emotionen wie Liebe, Wertschätzung, Freude und Dankbarkeit sind eng mit der Herzkohärenz verbunden.

 

Schon seit langem ist bekannt, dass unser Herz auf Veränderungen musikalischer Tempi reagiert und sich mit dem musikalischen Rhythmus synchronisieren kann. Musikern oder Chorsängern schwingen sich nach wenigen Minuten auf einen gemeinsamen Herzrhythmus ein. Dieser gemeinsame Herzschlag erschafft – auf physiologischer Ebene – Gefühle von Nähe, Verbundenheit und Liebe.

 

Entspannende, Blutdruck- und Herzfrequenz senkende Musik hilft unserem Herzen dabei, sich zu regenerieren. Beruhigende, angenehme Melodien fördern eine vertiefte Atmung, stabilisieren den Herzschlag und verbessern damit die Herzkohärenz. Und ein harmonischer Herzrhythmus ist eng mit emotionaler Ausgeglichenheit, mentaler Klarheit und körperlichem Wohlbefinden verbunden.

 

Das Üben der Herzkohärenz – auch nur für ein paar Minuten – hebt unsere Schwingung an und ermöglicht der Intuition des Herzens sich mit den eigenen Verhaltensweisen, dem Urteilsvermögen und den eigenen Potentialen zu verbinden.

 

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